Bücherverbrennung! Start / Home Geheimpolitik
Sehr geehrte Leser!
Seit über 60 Jahren wird die Weltpresse nicht müde, über die Bücherverbrennungen von 1933 zu berichten.
Von Bücherverbrennung und Bücherraub durch Amerika wird dagegen kaum berichtet, deshalb habe ich ein paar Sätze für Sie ausgesucht.
Mit freundlichem Gruß
Dieter Rüggeberg

Eva Schweitzer
Amerika und der Holocaust
(München 2004)

S. 353-354:
Ebenso wurden Millionen von Büchern in die USA verschifft. Von August 1945 bis September 1948 beschlagnahmte die U.S. Army vier Millionen Bücher in Deutschland. Die Aktion geschah auf Initiative der Library of Congress in Washington, die ihre Bestände auffüllen wollte. Der Library war es gelungen, die Unterstützung des State Departement zu erhalten, das für den nötigen Befehl sorgte.

          Die amerikanische Armee brachte sämtliche Bücher zunächst in das ehemalige IG-Farben-Gebäude in Offenbach. Zwei Millionen Bücher wurden zurückgegeben, zumeist an Bibliotheken in Europa, die restlichen zwei Millionen wurden in die USA verfrachtet und dort an 56 Bibliotheken umverteilt, darunter auch Harvard und Yale. Nur 50 Bibliotheken weigerten sich, Bücher zu nehmen, die von der U.S. Army geplündert worden waren. »Bis heute hat es keinen ernsthaften Versuch gegeben, diese Bücher zurückzugeben«, sagt David Moore, der für die deutsche Sammlung der Library of Congress zuständig ist.

          In die Library of Congress gelangten Sammlungen von Nazis - wie die Privatbüchereien von Adolf Hitler und Eva Braun - und NS Ministerien. Auch Bibliotheken von nunmehr verbotenen Industrien (etwa den Focke-Wulf-Flugzeugbetrieben) kamen in die USA sowie 60000 ältere Bände des Reichskolonialbundes. Begründung: Diese Bücher würden die Deutschen nur an ihr früheres Kolonialreich erinnern und Unfrieden stiften.

          Dazu gelangten 26 384 Filmrollen aus Deutschland in die Library of Congress, Tonaufnahmen der Reden von Nazi-Führern, das Archiv des Deutschen Auslandsinstituts und geheimdienstliche Sammlungen, darunter die Akten von Heinrich Himmler, die geheimen Akten über die KPD und über die Widerstandskämpfer des 20. Juli.

          Die U.S. Army beschlagnahmte aber auch Bücher, die die Nazis von politischen Gegnern gestohlen hatten oder von Privatleuten, die, oft zu Unrecht, als Nazis denunziert wurden. Ein solcher Fall war Hans Reich. Er besaß einen Buchladen im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Ein gewisser Max Loeb von der U.S. Army behauptete gegenüber dem OSS, Reich sei ein ehemaliger SS-Mann. Das OSS räumte dessen Geschäft aus. Loeb eröffnete mit dem Besitz von Hans Reich eine Buchhandlung in New York.

          In Offenbach waren auch 137 809 hebräische Bücher eingeliefert worden, 49 000 religiöse Bücher in deutscher Sprache sowie 405 688 Bücher aus jüdischen Büchereien in Deutschland, dem Balkan und dem Baltikum. Die Sortierer, darunter Hannah Arendt, wollten damit eine jüdische Bücherei in Kopenhagen aufbauen, aber die Library of Congress wollte die Bücher selbst. Ein Teil ging auch nach Israel. Einige hunderttausend Bücher wurden letztlich als »Nazi-Propaganda« verbrannt – darunter vermutlich etliche Exemplare von Henry Fords Der ewige Jude.
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